The silent Revolution

Die stille Revolution


Sven: “Living with deafblindness is hard. Seeing and hearing nothing is exhausting and not everyone is as lucky as I am with the help I get. Most of us are alone, trapped in a small, familiar space, no talking or contacts outside. That’s like a prison!? If you can’t see, your ears will protect you; you can hear danger coming towards you. If you can’t hear then you can look out into the distance and see what’s ahead. A journey can be scary without both. All I can perceive is what I can touch, security which reaches as far as the ends of my finger tips or the soles of my feet.  I want my disability “Deafblindness”, to be officially recognized, it can’t be treated the same way as being deaf or blind, both together give a special limitation. Through my walk I want to help people understand. In Germany there are 8000 people who see nothing and hear nothing, they are hidden. I want to fight for understanding and special help for as many as I can. People have experienced miracles on the Pilgrimage, I want one too.”

 

Sven: „Das Leben mit Taubblindheit ist eine sehr schwierige Sache. Nichts sehen und nichts hören ist kraftraubend. Viele haben diese Kraft nicht oder nicht mehr. Auch die Angehörigen können diese Energie nicht immer aufbringen, sie zu unterstützen. So sind die meisten sehr isoliert. Gefangen in einem begrenzten Raum, den sie gut kennen, ohne Ansprache und Kontakte nach draußen. Was ist das anderes als ein Gefängnis? Ich kenne das selbst nur zu gut. Taubheit ist bekannt, dann kann man gut sehen. Blindheit ist bekannt, dann kann man gut hören. Für beide Behinderungsformen gibt es entsprechende Gesetze, Merkzeichen, Hilfsmittel, Beratungsstellen und Dolmetscher. Wir taubblinde Menschen sind nicht „nur“ taub oder „nur“ blind, wir haben beide Behinderungsformen gleichzeitig. Daraus ergibt sich eine ganz eigene Form der Behinderung: Taubblindheit. Das bedeutet „TAUBBLIND“ oder sehr stark „HÖRSEHBEHINDERT“. Genau das macht es noch schwieriger. NICHTS SEHEN UND NICHTS HÖREN oder so wenig sehen und hören, dass es für Mobilität und Kommunikation nicht ausreicht. Auge und Ohr sind die beiden Fernsinne. Wir können über die Entfernung etwas sehen oder hören. Deshalb sind diese beiden Sinne so immens wichtig. Ich kann nichts aus der fernen Umgebung wahrnehmen, sondern nur aus der nahen Umgebung. Ich brauche zum sehen und hören meine Hände. Der Tastsinn ist für taubblinde Menschen der Ersatz. Allerdings beschränkt sich mein Umfeld dadurch auf Armeslänge. Nur über die Kommunikationsmöglichkeit der Hände kann ich Dinge des Alltags erleben, Geschichten von der Welt draußen, von der Politik und dem Weltgeschehen. Leider ist dieses Thema in der Gesellschaft und in der Politik vollkommen unbekannt. So fehlt jedes Verständnis dafür. Taubblinde wollen die Anerkennung der Behinderung „Taubblindheit“ als Behinderung eigener Art, und nicht gehörlos und blind. Wir möchten gerne das Merkzeichen TBL. Schon seit 10 Jahren kämpfen Selbstbetroffene, Einrichtungen, Institutionen, Verbände und Stiftungen gemeinsam für die Anerkennung und das Merkzeichen TBL. Bis heute leider ohne Erfolg. Auf meinen Wanderungen möchte ich mich zeigen, möchte Taubblindheit sichtbar machen. Es gibt allein in Deutschland etwa 8000 Menschen, die nichts sehen und hören und nicht gesehen und nicht gehört werden. Auch für sie will ich mich auf den Weg machen, für die Anerkennung kämpfen und zeigen, was alles möglich ist, nämlich als gesunder taubblinder Mensch im Leben stehen, seinen Alltag bewältigen und seinen Weg gehen. Viele Pilger haben von ihren Erfahrungen berichtet, von Erlebnissen und Wundern, die sie erlebt haben. Jeder hat seinen Traum gehabt und ist losmarschiert. Auch ich möchte dieses Wunder erleben und mein Ziel erreichen - für mich und meine taubblinden Freunde auf dieser Welt.

 

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