SYNOPSIS


English___________

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deutsch__________

Sven is nearly 50 but he has long dreamed of walking the Camino de Santiago. Sven was born deaf and became completely blind 10 years ago. Despite this and his reliance upon his assistants, Almuth and Sabine, he is driven by his need for independence. From his small, 3rd floor apartment, near the German Black Forrest, he sculpts wooden animals from his memory. He programmes his own website and treks through the nearby mountain wilderness. His hands and feet are now his first line of contact; they experience the textures and map the ground which his assistants carefully describe. But Sven is not an easy man; his determination is hard to keep up with. Now he wants to challenge himself; trekking 500 miles over mountain, down through the lowlands to the sea. It was an impossible dream until he persuaded Almuth to do it with him. In spring 2017 his wanderlust will reach up through the Pyrenees. Sven and his assistants will walk the entire width of Spain along the Pilgrims Way of St James. Sven will not relent until reaching Cape Finisterre; the cape at the end of the earth. Sven has been straight with us; he won’t wait for us, neither camera nor Assistant will hold him back. It’s a bold statement perhaps as much to himself as to us. #SvensCamino

 

Sven hat einen Traum. Einmal im Leben will er den Camino de Santiago laufen - den Jakobsweg! Doch dies scheint schier unmöglich, denn Sven ist taub geboren und seit einigen Jahren völlig blind – seine Fernsinne fehlen. Er ist immer auf die Hilfe seiner speziell ausgebildeten Assistenten angewiesen. Doch Sven will mehr, als nur zum Supermarkt und zurück. Er lebt allein in einer kleinen Wohnung, schnitzt wunderschöne Figuren aus Holz, programmiert seine eigene Webseite und geht spazieren, wann immer er kann. Tasten, Riechen und Schmecken gestalten nun seine Welt und die Bilder in seinem Kopf. Dann kommen Erinnerungen an Formen und Farben – eine emotionale Fantasiewelt baut sich auf in der Sven wieder sieht und hört. Kommunizieren kann er mit einem speziellen Hörgerät lautsprachlich, aber dieses unterscheidet die Geräusche nicht – sie strömen ungefiltert auf ihn ein und so ist es nur hilfreich, wenn Svens Umgebung absolut still ist. Hauptsächlich spricht er durch taktiles Gebärden mit den Händen. Dabei nimmt man seine Hände und formt Wörter und Buchstaben. Seinen Assistenten muss Sven vollkommen vertrauen. Sie sind seine Augen und seine Ohren. Sie beschreiben seine Welt und führen ihn, seine Hände und Füße...Svens Welt ist dunkel und still. Manchmal weiß er nicht, ob er wirklich da ist, wenn er morgens aufwacht. Dann wandern seine Hände über die vertraute Umgebung, zu seinem Gesicht und sehr langsam fängt er an, sich zu spüren. Als Assistentin Almuth von Svens Traum erfährt, den Jakobsweg zu wandern, bietet sie ihm an, ihn auf den 800 Kilometern zu begleiten. Sven kann es kaum glauben. Sofort macht er sich an die Vorbereitungen für den Weg seines Lebens...


Documentary

70-90 min.

Language: German, Spanish,  Sign-Language
Shooting: 19th of April - 4th of June 2017 Locations: German, France, Spain

 

 

 

 

 

Dokumentarfilm

70-90 Min.

Sprache: Deutsch, Spanisch, Gebärden-sprache
Dreh: 19.04 - 04.06.17 // Drehorte: Deutschland, Frankreich, Spanien


Sven´s Story

Sven was born deaf, his balance was poor and learning to walk was a slow unsteady process. Sven also kept secrets. School was difficult and lonely, his disability alienated him from his peers and no part more so than sport; he mostly couldn’t hit the ball, so feigned disinterest. Really his favourite thing was to paint, he expressed himself in weird and ever-changing colours; a verdant tree could be purple one day, yellow the next. He’d continually ask classmates for the colours right next to him so finally his teacher realised something was wrong. At age 13 he was sent to the doctors and diagnosed with Ushers syndrome; a congenital disorder which is the most common cause of deafblindness. His vision was blurred and distorted; his perception of colour was weak. He’d been faking it for years hoping he’d get better but it only ever got worse. The Doctors now told him he’d lose his sight completely. He fought to be normal but his teachers weren’t prepared for a deaf and blind boy. Despite his handicaps, his determination got him through his studies. Qualifying as a technical illustrator he secured a position in a local Firm of Architects. That was one of the happiest days of his life. It gave him a connection to the world but, although he pretended otherwise, his sight was worsening. He used his talent for precision and memory to compensate; creating a detailed mental map of any environment he entered. In 2010 his sight was so bad that he was sent to a special clinic in Hanover to prepare him for life without sight and to hone his abilities in touch sign communication. During the 14 months he was there he became completely blind one night. He tells us that he’d been trying to see so much before his eyes completely failed that a temporary relief enveloped hm. It was short lived; he was forced to give up his cherished job. Isolated and devalued, Sven never left his apartment. He sought solitude and fought with the temptation of suicide. Then Almuth arrived, his new care assistant, she decided to pull Sven from confinement. She talked to him. She encouraged him to walk in the nearby countryside. She would lead him, their hands grasping a little rope hoop to connect them. At first Sven was terrified and unsteady. He didn’t trust himself to do anything. But Almuth took him to wonderful spaces. She touched him. She described everything to Sven with touch sign language - the landscape, the wildlife; she painted the imagery with care. The smell and feel of those places came alive in Sven’s imagination. Sven loved that time – he felt the ground give under his feet, the aromas of the forest or the sun-baked tarmac as the rain rose from it. He felt the wind on his skin and the muscles tense in his body. He remembers this moment as when he finally came to terms with his condition.
Later, Sabine joined the team.  She tended to Sven in the mornings, Almuth did the afternoons. Sabine was quite different to Almuth.  She was more reserved and quiet, but Sven felt comfortable with her near. She specialised in deaf and blind communication and had worked with them for many years.  Sven was now driven to want longer walks over more difficult terrain. He infected all his assistants with wanderlust.

 

Sven kam schwerhörig und sehbehindert zur Welt. Doch niemand bemerkte es so richtig. Besonders sein vermindertes Sehen konnte Sven viele Jahre verstecken. Er folgte einfach den anderen Kindern und tat, was sie taten. Wenn er den Ball nicht fangen oder finden konnte, sagte er, dass er keine Lust zum Spielen hatte. Schnell wurde er zum Aussenseiter. Sven malte sehr gern und da er die Farben nicht erkennen konnte, hatten seine Bäume rote Blätter und der Stamm war blau. In der 8. Klasse wurde er „erwischt“, wie er es selbst nennt. Man fand heraus, dass Sven das Sehen nur vortäuschte. Sofort wurden seine Freiheiten eingeschränkt: Kein Sport, Radfahren oder Wandern. Niemand wollte die Verantwortung übernehmen. Sven kam damals ins Krankenhaus und der Arzt diagnostizierte bei ihm das „Usher-Syndrom“ eine Erbkrankheit, bei der sich die Netzhaut langsam auflöst. Wie lang er noch würde sehen konnen, vermochte niemand  zu wissen. Sven fühlte einen großen Druck, alles machen zu müssen, solange er noch sehen konnte. Und sein Zustand verschlechterte sich. Er ging in eine spezielle Rehaklinik nach Hannover. Dann passierte es. Er erblindete vollkommen. Zwei Wochen lang war er im Schockzustand. Nie mehr etwas sehen... Dies war ein neues Leben und es musste bewältigt werden. Sven lernt verschiedenste Techniken des Kommunizierens und der Fortbewegung. Auch bekommt er nun ein spezielles Hörgerät, was ihm in einer stillen Umgebung ein Resthörvermögen gibt. Leider werden die Geräusche durch das Hörgerät derart verstärkt, dass es an lauten Orten für Sven unmöglich ist sie auseinander zu halten. Es ist sogar schmerzhaft, wenn zu viele Worte auf ihn einströmen oder der Wind zu sehr blässt. Jeder Schritt und jede Unterhaltung erfodert höchste Konzentration. Für ihn existiert nur, was er innerhalb der Reichweite seiner Arme anfassen, hören oder fühlen kann. Danach ist nichts. Sven gewöhnt sich nach seiner Erblindung an seinen Zustand und er will selbstständig bleiben. Er beantrangt Intergrationshilfe, also speziell ausgebildete Assistenten, die ihm helfen. Sie müssen ihn bei jedem Schritt ausserhalb seiner Wohnung begleiten. Manchmal läuft Sven mit einem Blindenstock oder am Arm der Asisstenz. Auch hat sich ein Gummiband bewährt, welches Sven mit seiner Begleiterin verbindet. Er muss die Nähe zulassen können zu  Almuth, Silke und Sabine, die sich in der Betreuung abwechseln. Sven ist im Herzen ein Abenteurer. Er liebt Heraussforderungen, Neues und seine Freiheit. Die Bilder sind noch in seinem Kopf – Erinnerungen an Farben, Formen und Licht. Wenn er etwas ertastet, riecht und spürt,  dann entsteht ein Bild - eine Fantasie. Er will den Pilgerweg in Spanien mit nur drei Sinnen erfahren und durch die Begleitung seiner Asisstentinnen kann er sich nun tatsächlich diesen Traum erfüllen und er will noch mehr. Er will sich die Umgebung, die Bodenbeschaffenheit und Gerüche jeder einzelnen Etappe derart einprägen, dass er den Weg in ein paar Jahren vielleicht sogar allein mit einem Blindenstock gehen kann. Doch erst einmal ein Fuß vor den anderen wie Sven sagt...

 

____________English

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Deutsch_____

Directors Note

Before I first met Sven this Spring I was quite nervous, the fear of the unknown I suppose. I don’t know any blind or deaf people; I wasn’t even sure how we would communicate. I was astonished how independent he was. A friendly and confident man fixed on walking the Camino de Santiago. It was a wish of mine too though I never found the time, determination nor the courage. But for him it’s only a question of how soon. The pictures he has in his head of the walk draw him and he can’t wait to drink-up every bit of the adventure.
Personally, I had never considered what it is to be Deafblind. But I quickly became aware of how much our security, independence and happiness comes at the luxury of sight and sound. It’s hard to imagine why he is so content and without bitterness. Where does his strength come from?  It was a question I felt bound to answer; a very long walk might be the way.

My mission is to jump into Sven’s world, entertaining and sharing the wonder he feels in ways we don’t yet fully understand. To glimpse at his experience will be to experiment with vision and sound whilst always taking an overview of the scale of this impossible journey.
But this should not just be a film for me and you, my dream is to Premier the film and take the cinema experience to Deafblind people like Sven, each one with their interpreter, guiding them to share in the inspiration. Using smell and even taste from key moments to transport them from their isolation and set fire to their own ambitions for adventure.

 

                                                                                                                Susanne Bohlmann

 

Als ich Sven im Frühling diesen Jahres kennen lernte konnte ich kaum glauben wie selbstständig er war. Dieser freundliche und selbstbewusste junge Mann hat tatsächlich vor den Jakobsweg zu gehen. Das wollte ich auch mal machen - doch ich hatte weder den Mut, noch die Zeit, noch die Entschlossenheit dafür. Sven ist  blind und taub und doch so viel stärker als die Meisten von uns. Als er noch etwas sehen konnte hat er Filme sehr genossen. Nun legt er die bekannten Film (auf VHS) manchmal in den Recorder, setzt sein Hörgerät ein und lauscht dem Film. Die Bilder kommen aus der Erinnerung, sagt er. Doch bei neuen Filmen kommen keine Bilder. Die Bilder des Jakobsweges sind schon in Sven gespeichert. Er kann kaum erwarten jede einzelne Etappe zu gehen und sich durch die restlichen Sinne das Abenteuer in sich auf zu nehmen.
Ich selbst habe nie zuvor bewusst über Taubblinde nachgedacht. Wahrscheinlich, weil man sie im Alltag nicht sieht - denn ohne spezielle Assistenz können sie nicht vor die Tür treten . Und wir nehmen unsere Sinne als so selbstverständlich wahr, dass die Vorstellung ohne sie zu leben bzw. glücklich zu leben kaum zu erfassen ist. Ich habe so viele Fragen an Sven: Wie er lebt. Warum er so glücklich ist? Woher nimmt er die Kraft? Wie hat er Vertrauen gelernt und und und... doch ich glaube ich werde all diese Fragen beantwortet bekommen, wenn ich mit ihm wandern gehe...Mein Wunsch ist es in Svens Welt einzutauchen und einen Film zu kreieren, der zeigt, unterhält, manchmal experimentiert und auf jeden Fall den Zuschauer mit nimmt auf eine fast unmögliche Reise. Unser Traum wäre es in der Premiere mindestens die Hälfte des Zuschauerraumes mit Taubblinden zu besetzen. Auch sie sollen den Film genießen können und sich von Sven inspirieren lassen. Natürlich braucht jeder einzelne von Ihnen eine/n Dolmetscher mit dem sie über die taktile Gebärdensprache den Film „sehen“ können. Wie wunderbar wäre es diese Menschen aus ihrer Isolation hinaus zu führen, auch wenn es nur für die Länge eines Filmes ist. Barrierefreiheit heißt das Zauberwort. Diesen Sommer durften wir bereits mit Sven und seinen interessanten Assistentinnen  im Schwarzwald wandern und selbst erleben wie ein Mensch mit nur drei Sinnen reist und seine Welt erlebt. Wir haben geschwitzt und gefilmt - bergauf und bergab und konnten bei diesem „Testlauf“ ein wunderbares Band des Vertrauens zu unseren Protagonisten aufbauen.

                                                                                                Susanne Bohlmann


 

 

 

 

Shot in the Blackforest in July 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gedreht im Schwarzwald im Juli 2016

teaser



 

 

 

 

___________English

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

__________Deutsch